Mission im Alltag: #tonartwechsel

Katechese und Glaubenszeugnis

von Dirk Lankowski

„#tonartwechsel“ standen am dritten YOUNG MISSION-Weekend in Hardehausen im Vordergrund. Die rund 250 jungen Menschen waren sichtlich berührt von der guten Musik, der tollen Stimmung und den bewegenden Worten. Dass das Wochenende den richtigen Ton traf, war den Teilnehmern anzusehen. Das ehrliche Glaubenszeugnis und die beflügelnde Katechese unter dem Motto „#tonartwechsel – Gott setzt neue Vorzeichen in deinem Leben“ bildeten für die Jugendlichen den Auftakt für eine neue Welle der alltäglichen Glaubensmission.

„Wir haben nur einen Mund, aber zwei Hände. Also müssen wir mindestens doppelt so viel tun wie reden“ – so lautete der Appell von Alexander Sieler an die zahlreichen Teilnehmer. Er versteht Mission als den Auftrag, sein Christsein zu leben, ob auf der Straße, am Bahnhof, in der Schule oder auf der Arbeit. Der 28-jährige Lehramtsstudent und Organisator der Jugendvesper im sauerländischen Heggen erzählte bei der Vigilfeier von einer persönlichen Glaubenskrise: Bei einem Aufenthalt in Brasilien sah er sich mit fremden Lebensentwürfen konfrontiert und zweifelte: Wer bin ich? Was wird von mir erwartet? „Ich kam um die Frage nach Gott nicht herum“. Das wahre Glück fand er dann im Glauben und im Vertrauen „Jemand ist da“.

“Wir haben nur einen Mund, aber zwei Hände. Also müssen wir mindestens doppelt so viel tun wie reden.”

Noch immer wusste ich nicht genau was geschehen war. Ein Polizist kam auf mich zu und gab mir die Namen der Verstorbenen, darunter zwei Jugendliche und ein Erwachsener, der der Fahrer eines Taxis war. Die Polizei bat mich mit ihnen gemeinsam einem Elternpaar die schreckliche Nachricht vom Tod ihres Sohnes zu überbringen. Ich erfuhr, dass der Vater seinen 50. Geburtstag gefeiert hat. Da stand ich nun mit meinem Theologiestudium und kam mir ziemlich erbärmlich und hilflos vor. Ich habe ihm die Nachricht überbracht, die Augen und die Gesichtszüge der Eltern werde ich nie vergessen!

Tage später haben mir Verantwortliche von der Polizei und Feuerwehr gesagt wie gut es gewesen sei, dass ich als Priester dagewesen sei. Obwohl sie Profis für Notfälle sind haben sie darauf vertraut, dass ich die richtigen Worte finde und seelsorglichen Beistand spenden kann. Ehrlich gesagt, ich habe nicht viele Worte rausbekommen, ich vielmehr mit geschwiegen und Menschen in den Arm genommen.

Dem Glauben treu bleiben

Ganz ähnlich fasste es auch Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder in seiner Katechese am Sonntagmorgen auf. Schon die frühen Christen mussten gegen Widerstand für ihren Glauben einstehen. So beispielsweise der bei Rom lebende Alexamenos, der das Kreuz verehrte, als Siegeszeichen der Liebe über den Tod. Trotz der Verachtung blieb er seinem Glauben treu – „Was für ein Glaubensbekenntnis“, erklärte Stephan Schröder voller Begeisterung.

“Durch den Glauben bin ich Wege gegangen, die ich nie für möglich gehalten hätte.”

Aber auch heute erleben viele Christen Verfolgung. Das mittlerweile wohl allen bekannte „N“, das in arabischen Ländern für „Nazarener“ steht und die Christen bezeichnet, sei weltweit zu einem Zeichen der Solidarität geworden. „Vielleicht werdet auch ihr manchmal wegen eures Glaubens ausgelacht“, meinte der Jugendpfarrer. Die Fastenzeit erinnere die Menschen daran, dass auch Jesus 40 Tage lang in der Wüste mit Versuchungen zu kämpfen hatte. Dennoch blieb Er Gott treu. Dies sei ebenfalls Auftrag der Christen.

Zuhören

In seiner Katechese ging Stephan Schröder auch auf das Bekehrungserlebnis des heiligen Paulus ein, der vom Christenverfolger zum großen Missionar wurde. Solche Schlüsselerlebnisse wünschte er allen jungen Menschen. Sie sollten sie nicht nur selbst erleben, sondern vor allem Anderen schenken. Er persönlich habe etwas Ähnliches erfahren: Bevor er seine Berufung erkannte, hatte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann eingeschlagen. „Durch den Glauben bin ich Wege gegangen, die ich nie für möglich gehalten hätte. Mit Jesus kann das Leben einmalig werden. Es ist kein Mainstream-Leben und es macht mich glücklich. Ich war noch nie enttäuscht von dem eingeschlagenen Weg“.

Stephan Schröder gab den zahlreichen Teilnehmern den Auftrag, positive Erfahrungen nicht für sich selbst zu behalten. So, wie man von einem schönen Urlaub spreche, müsse man auch von seinen Glaubenserfahrungen berichten. Das YOUNG MISSION-Wochenende sei dazu ein geeigneter Anlass. Zum Abschluss forderte er die jungen Menschen auf, andere zum anstehenden Jugendtag und nächsten YOUNG MISSION-Wochenende einzuladen: „Wenn ihr andere junge Menschen nicht mitreißt, wird es uns bald nicht mehr geben. Dann sind wir bald eine alte und kranke Kirche“. Dass die jungen Christen diesen Auftrag ernst nehmen werden, haben sie mit großem Beifall und unübersehbarer Glaubensfreude bestätigt.

Young Mission
Jugendhaus Hardehausen
Erzbistum Paderborn

YOUNG MISSION – eine Initiative junger Christen –
wird organisiert und betreut von Diözesanjugenpfarrer Stephan Schröder und Team
im Jugendhaus Hardehausen, der Jugendbildungs- und Begegnungstätte des Erzbistums Paderborn
Abt-Overgaer-Straße 1 | 34414 Warburg | info@go-hdh.de | www.go-hdh.de

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