20. YOUNG MISSION-Weekend unter dem Motto FELSENFEST
20. YOUNG MISSION-Weekend unter dem Motto FELSENFEST
07.04.2022
20. YOUNG MISSION-Weekend

Gottesbegegnungen heute

Wie und wo junge Menschen mit Gott in Berührung kommen

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von Laura Reuter

Felsenfest war das Motto des 20. YOUNG MISSION-Weekends. Im Evangelium hören die Teilnehmenden von der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor. Ein Moment, in dem die Jünger Gott ganz nah und besonders erleben. Ein Moment, der die Jünger bewegt und verändert.

Gibt es das auch heute noch? Momente, in denen wir uns Gott besonders nahe fühlen? Momente, die unseren Glauben stärken? Oder vielleicht sogar unser Leben völlig auf den Kopf stellen?

Fünf Teilnehmende des YOUNG MISSION-Weekends erzählen über ihre persönlichen Tabor-Momente.

Maximilian Witczak
Maximilian Witczak

»In Taizé habe ich zum ersten Mal realisiert, wie großartig und herrlich unser Glaube ist.«

Maximilian Witczak

Eine Taizéfahrt verändert Maximilian Witczak

Eine Woche in Taizé. Für Maximilian Witczak eine Erfahrung, von der er heute sagt: „Da habe ich zum ersten Mal realisiert, wie großartig und herrlich unser Glaube ist.“ Der 18-Jährige ist damals mit seiner Firmgruppe nach Taizé gefahren. Wenn er daran zurückdenkt, erzählt er von intensiven Gebetserfahrungen, von Gemeinschaft und guten Gesprächen.

Während der Fahrt habe er sein Leben und seinen Glauben reflektiert. „Da ist mir zum ersten Mal klar geworden, wie wichtig der Glaube in meinem Leben ist“, sagt Maximilian. „Und auch schon immer war, obwohl mir das manchmal gar nicht bewusst war. Ich habe in Taizé erkannt, wie sich mein Leben entwickelt hat. Wie sich manches gefügt hat und wo mir mein Glaube überall geholfen hat. Und da habe ich eine riesige Dankbarkeit empfunden.“

In diesem Moment war für Maximilian klar: Er möchte sich dafür einsetzen, dass auch andere junge Menschen den Glauben erleben können. Nach dem Motto: „Nicht immer nur der Coole sein wollen, sondern auch mal über den Glauben reden.“ Inzwischen ist er selbst in der Firmvorbereitung aktiv. Spricht mit den Jugendlichen über seine Glaubenserfahrungen und setzt sich dafür ein, ihnen den Weg zu Gott zu eröffnen. Zum Beispiel, indem er sie mit zu YOUNG MISSION nimmt.

Lisa-Marie Witczak
Lisa-Marie Witczak
In der Stille Gott erfahren
In der Stille Gott erfahren

Gottes Gegenwart in der Stille erlebt

Auch Lisa-Marie Witczak war mit auf dieser Taizéfahrt. Für sie war der erste Abend ein Tabor-Moment: „Die Atmosphäre in der Kirche war Wahnsinn. Da hätte ich ewig bleiben können“, sagt sie. Lisa-Marie erinnert sich nicht nur an die Gesänge, die sie berührt haben. „Besonders intensiv waren für mich die 10 Minuten Stille. Erst war das komisch, aber dann konnte ich alles um mich herum vergessen. Konnte mich ganz auf mich konzentrieren und in mich hineinhören. Da habe ich krass Gottes Gegenwart gespürt. Und mich ihm ganz nah gefühlt.“

Diese Erfahrung hat Lisa tief bewegt. Ihr war sofort klar, dass das etwas in ihrem Leben verändern würde. Heute erinnert sie sich lachend: „Mein erster Impuls war: Ich bleibe hier. Ich werde Nonne. Ich will das hier jeden Tag erleben. Aber als ich mehr darüber nachgedacht habe, habe ich gemerkt, dass das nicht mein Weg ist“. Inzwischen steht sie kurz vor dem Abitur und möchte danach Lehramt studieren. Als Religionslehrerin will sie ihre Begeisterung für den Glauben weitergeben.

»Besonders intensiv waren für mich die 10 Minuten Stille. Da habe ich krass Gottes Gegenwart gespürt.«

Lisa-Marie Witczak

Gottes Gegenwart im Alltag wahrnehmen

Lara Dreßel erinnert sich gut an die Beerdigung ihrer Großtante. „Dort auf dem Friedhof gab es einen Busch, an dem ein Marienbild stand“, erzählt sie. „Und in dem Busch habe ich einen besonderen Ast mit kleinen Blüten gesehen. Das war in dem Moment wie ein Zeichen für mich. Als würde Gott sagen: ‚Ich bin da. Und ich schenke neues Leben.‘ Da habe ich mich nicht mehr so traurig gefühlt.“

An diesem Tag hat ihr der kleine Ast Hoffnung gegeben. Und wenn sie sich daran erinnert, hat sie noch heute ein Lächeln im Gesicht. Sie sagt: „Ich denke, jede Gottesbegegnung verändert den Menschen. Und ich kann Gott im Alltag oft begegnen: In diesem Ast, in der Natur, in meinen Mitmenschen. Ich muss nur genau hinschauen.“ Solche kleinen Momente berühren die Schülerin und geben ihr Kraft für den Alltag.

Dann ein Gedankenexperiment: Lara versucht sich vorzustellen, sie würde Gott so intensiv erleben, wie die drei Jünger auf dem Berg Tabor. Gar nicht so leicht. Denn obwohl sie Gott einiges zutraut, kann sie sich nicht vorstellen, wo und wie das in ihrem Leben passieren könnte. Doch sie sagt: „Egal wie es aussehen würde, nach so einer Gottesbegegnung könnte ich sicher nicht genauso weiterleben wie vorher. Ob die Leute um mich herum direkt eine Veränderung merken würden, weiß ich nicht. Aber im Innern verändert das sicherlich viel."

Glaubenserfahrungen in Gemeinschaft

Alessio Sarnacchiaro schätzt besonders die Gemeinschaft im Glauben. „Glaubenserfahrungen, wie bei YOUNG MISSION, die ich mit Freunden zusammen mache, bleiben besonders in Erinnerung. Die stärken den Glauben und schweißen zusammen.“ Aber auch in ganz persönlichen Momenten spürt Alessio die Gottes Gegenwart: „Manchmal in Gebet. Zum Beispiel in der Messe, wenn es mir gelingt, ganz bei mir zu sein und mich auf Gott zu fokussieren.“

Der 18-Jährige hatte bisher keinen großen Tabor-Moment. Aber wenn es ihn gäbe, würde er mit anderen darüber sprechen wollen. „Als ich herausgefunden habe, dass von den acht Leuten in meiner Ausbildung zum Mechatroniker drei Messdiener sind, war ich echt überrascht. Es ist gut, Leute zu haben, mit denen ich mich über meinen Glauben austauschen kann. Wenn ich erlebe: Da sind Menschen, die mit mir glauben. Das stärkt mich.“

Alessio Sarnacchiaro
Alessio Sarnacchiaro
Ina Sutthoff
Ina Sutthoff

Gottes Gegenwart im Sonnenaufgang gespürt

Ina Sutthoff erinnert sich an einen Tag, an dem alles schief ging und sie abends mit einem miesen Gefühl ins Bett gegangen ist. „Aber als ich am nächsten Morgen zur Schule gelaufen bin und den wunderschönen Sonnenaufgang gesehen habe, hatte ich plötzlich Ruhe in mir. Und diese Zuversicht: Es wird alles wieder gut. Dieser leuchtende Himmel war für mich irgendwie ein Zeichen von Gott. Ich habe gespürt, dass da jemand ist, der mir wieder Licht gibt.“

Auch wenn das nun schon einige Jahre her ist, denkt Ina noch immer gern an diesen Sonnenaufgang zurück. „Wenn ich mich daran erinnere, spüre ich auch das Gefühl an dem Morgen. Dann habe ich diese Gewissheit, dass jemand auf mich aufpasst. Solche Erinnerungen geben mir immer wieder Kraft.“